Welche Verkehrsmittel nutzen Arbeiternehmer*innen und was könnte sie dazu bewegen, sich für eine umweltfreundlcihere Alternative zu entscheiden? Diese Frage haben sich die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, die Stadt Ludwigshafen und der Rhein-Pfalz-Kreis gestellt, und dazu eine Umfrage erstellt, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Wohnorte der Pendler*innen

Das Projekt „Klimafreundliche Mitarbeitermobilität“ wurde durch das Institut für Management und Innovation (IMI) im Zeitraum Oktober 2017 bis September 2019 durchgeführt. In diesem Zeitraum sammelte das Team um Projektleiter Philipp Tachkov bei rund 14.800 Angestellten in Ludwigshafen mittels einer Online-Befragung Daten zu deren Nutzung von Verkehrsmitteln. Mit dabei waren sieben Ludwigshafener Arbeitgeber*innen.

Das Projekt kam zustande, indem die Stadtverwaltung Ludwigshafen zusammen mit dem Rhein-Pfalz-Kreis und der Hochschule im Jahr 2016 vor dem Hintergrund zu erwartender Verkehrsbehinderungen ein Grobkonzept zu den möglichen Inhalten und Zielen des Projekts erarbeitete. Auf Grundlage dessen konnte eine 50-prozentige Förderung aus EFRE-Mitteln akquiriert werden (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung). Die Kofinanzierung erfolgte zu gleichen Anteilen durch Mittel der untersuchten Betriebe. Mit dabei waren BASF SE, AbbVie, Technische Werke, Sparkasse Vorderpfalz, Stadtverwaltung, die Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises und die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft.

Pendler*innen bevorzugen das Auto

Ziel war es festzustellen, wie die Beschäftigten in Ludwigshafen zu ihrem Arbeitsplatz kommen und was, falls sie mit dem Auto pendeln, sie dazu bewegen könnte, eine umweltfreundliche Alternative zu wählen. Zunächst konnte durch die Befragung festgestellt werden, dass mit 59 Prozent der überwiegende Teil der Pendler*innen ein Auto benutzt, dagegen rund 13 Prozent die öffentlichen Verkehrsmittel. Der Anteil an Radfahrer*innen liegt etwas geringer bei runden 12 Prozent.

Was motiviert umzusteigen?

Die Umfrage stellte zudem heraus, was Autofahrer*innen zum Umsteigen bewegen könnte. Dabei spielt die generelle Verkehrssituation eine wesentliche Rolle, denn ein Umstieg ist auch von der Dauer einer Verkehrsbehinderung oder eines Staus abhängig: Verlängert sich die Fahrt um 15 Minuten, waren nur 21 Prozent bereit, umzusteigen, verdoppelt sich die Zeit der Verzögerungen, waren es schon 53 Prozent. Für 76 Prozent derjenigen, die sich einen "Umstieg" vorstellen könnten, waren die öffentlichen Verkehrsmittel die erste Wahl, 54 Prozent würden sich für das Fahrrad entscheiden.

Was begünstigt den Umstieg?

Die Umfrage verdeutlichte, dass für eine mögliche Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel u.a. Faktoren wie eine direkte Verbindung, eine hohe Taktung von Bus und Bahn, zuverlässige Informationen zu den Fahrplanen und auch angemessene Preise ausschlaggebend sind. Zum Umstieg auf das Fahrrad motivieren durchgängige Radwege, deren Qualität und Sicherheit, aber auch Einrichtungen am Arbeitsstandort wie sichere Abstellanlagen oder Umkleidekabinen und Duschen.

Wie geht es weiter?

Die an den verschiedenen Standorten gesammelten Daten dienten dem Team der Hochschule als Grundlage, um in Zusammenarbeit mit den beteiligten Arbeitgeber*innen Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dabei stand im Vordergrund, wie sich Maßnahmen der öffentlichen Infrastruktur mit Angeboten der Arbeitgeber sinnvoll ergänzen können, um Anreize zum Umstieg vom Auto auf eine umweltfreundliche Alternative zu erleichtern. Die Arbeitsgruppe bestehend aus den beteiligten Unternehmen, der Hochschule sowie der Stadt- und Kreisverwaltung wird sich weiterhin treffen, um an der Umsetzung der Handlungsempfehlungen zu arbeiten.

Die Projektbroschüre enthält die wesentlichen Ergebnisse und steht hier zum Download bereit.