Im "Nationalen Forum Diesel" am 2. August 2017 sowie im Gespräch der Bundesregierung mit den Ländern und Kommunen zur Luftreinhaltung am 4. September 2017 vereinbarte man, dass der Bund die Kommunen bei der Gestaltung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität durch den Fonds "Nachhaltige Mobilität für die Stadt" unterstützt.

Kurz bis mittelfristig sollen die Maßnahmen des Masterplans eine Reduktion der Luftbelastungen in der Stadt erreichen. Mittel- bis langfristig kann sich der Masterplan Green City zu einem nachhaltigen Instrument für eine integrierte Luft-, Lärm- und Klimaschutzplanung entwickeln. Dies soll durch die Förderung des Umstiegs auf umweltfreundliche Mobilität durch die Verbesserung des Fußverkehrs, Radverkehrs und Öffentlichen Personennahverkehrs erfolgen.

Im Radverkehr sind folgende Maßnahmen geplant und sollen, soweit Fördermaßnahmen kommen, umgesetzt werden:

Fahrradabstellanlagen

Derzeit werden im Stadtgebiet unterschiedliche Arten von Fahrradabstellanlagen eingesetzt, die Schwerpunkte liegen dabei in den Stadtteilzentren (zum Beispiel an Schulen, Krankenhäusern und Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs). Geplant ist der Ausbau von Fahrradständern im gesamten Stadtgebiet, insbesondere in den Stadtteilzentren und ebenso an wichtigen öffentlichen Einrichtungen, der geschätzte Bedarf liegt bei rund 1.000 Fahrradständern. Ebenso sollen die Standorte von Fahrradboxen ergänzt werden, insbesondere an Punkten großen öffentlichen Interesses. Hier ergibt eine Abschätzung einen Bedarf von rund 100 Fahrradboxen als Neubeschaffung. Als mittel- bis langfristige Maßnahme ist für 2021 die Einrichtung eines Fahrradparkhauses geplant.

Ertüchtigung vorhandener Radverkehrsanlagen

In Ludwigshafen sind zahlreiche Radwege entlang der Hauptachsen vorhanden, da fast allen Hauptverkehrsstraßen mit Radwegen ausgestattet sind. Diese können gut als Pendlerradrouten, aber auch für den sonstigen Alltagsverkehr genutzt werden. Pendlerradrouten zielen sowohl auf innerstädtische Radverkehre als auch auf die Radverkehre, die aus dem Umland in das Stadtgebiet ein- beziehungsweise durchfahren. Um den Anforderungen an eine moderne und nutzerfreundliche Radinfrastruktur gerecht zu werden, sind in weiten Teilen eine Sanierung und teilweise auch Umstrukturierungsmaßnahmen erforderlich.

Lückenschlüsse im Radverkehrsnetz

Im Ludwigshafener Radverkehrsnetz werden Strecken als Lückenschlüsse definiert, auf denen bislang keine Radwege vorhanden sind, aber zur Vervollständigung des Radverkehrsnetzes solche Anlagen erforderlich sind. Durch die Schließung der Netzlücken wird die Attraktivität für das Radfahren deutlich gesteigert. Damit einher geht dadurch auch eine Erhöhung der Radverkehrssicherheit und Flexibilität im Radverkehrsnetz.

Regionale Radschnellwege

Der Begriff Radschnellweg beschreibt generell Verbindungen, die Radverkehrsnetze zwischen Kommunen und/oder Umland miteinander verbinden. Sie werden über größere Entfernungen verknüpft. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Alltagsverkehr und insbesondere auf den Berufspendlerinnen und -pendlern. In der Region laufen bereits Planungen für einen Radschnellweg. Dieser soll auf rechtsrheinischer Seite Heidelberg mit Mannheim und bundeslandübergreifend Mannheim mit Ludwigshafen verbinden. Von Ludwigshafen soll er weitergeführt werden bis Schifferstadt. Der Streckenverlauf wird im Stadtgebiet Ludwigshafen etwa 8 Kilometer betragen und im Rhein-Pfalz-Kreis 5,3 Kilometer.

Öffnung von Einbahnstraßen für Gegenverkehr

In Ludwigshafen sind bereits zahlreiche Einbahnstraßen für den Radverkehr in der Gegenrichtung geöffnet worden. Jedoch bestehen stadtweit noch weitere Möglichkeiten für eine Öffnung, insbesondere im Stadtteil Südliche Innenstadt. Nach den Vorgaben der StVO (Straßenverkehrsordnung) sollen weitere Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet und weitere Fahrradstraßen ausgewiesen werden.

Ausweitung VRNnextbike Fahrradvermietsystem

Aktuell gibt es in Ludwigshafen 13 Mietstationen mit insgesamt 128 Fahrradabstellplätzen. Diese sind im innerstädtischen Bereich Ludwigshafen und an ÖPNV-Haltestellen zu finden. Das Vermietsystem soll über das Stadtzentrum hinaus in die einzelnen Stadtteile weiter entwickelt werden. Dazu sind weitere Stationen mit je 8 Ständern für Fahrräder vorgesehen, die einen direkten Bezug zum ÖPNV oder öffentlichen Einrichtungen haben. Mittelfristig können auch in den einzelnen Stadtteilen jeweils 2 bis 3 Stationen, das heißt insgesamt weitere 20 bis 25 Stationen, angeboten werden.