Mobil bleiben – intelligent vernetzt

Wie gelangt man während der Bauarbeiten zum Arbeitsplatz, in die Innenstadt oder über den Rhein? Welche Beeinträchtigungen sind zu erwarten und welche Möglichkeiten gibt es, verkehrliche Engpässe zu umgehen und selbst einen Beitrag zur Entlastung der Straßen zu leisten?

Der Verkehr während der Bauarbeiten an der Hochstraße Nord ist ein Thema, das viele Menschen und Institutionen in Stadt und Region beschäftigt. Die Stadtverwaltung hat viele Bausteine zu einem Gesamtkonzept geschnürt, das kontinuierlich erweitert und angepasst wird. Es besteht aus vier Säulen:

  • Sicherstellung des Verkehrsflusses durch planerische Feinabstimmungen
  • Mehr Angebote im ÖPNV und verbesserte Infrastruktur für Radfahrer*innen bieten Alternativen zum Auto und entlasten die Straßen
  • Digital gestütztes Umleitungs- und  Verkehrsführungskonzept in Verknüpfung mit dem Masterplan Green City
  • Koordination und Kommunikation in der Region

Durch eine aufwändige Planung und sorgfältig miteinander vertaktete Bauabläufe soll es zu keiner Vollsperrung der Hochstraße Nord kommen. Alle großen Fahrbeziehungen bleiben bestehen. Knapp acht Jahre werden die Arbeiten dauern, 4,5 Jahre davon ist mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Dabei ist es den Planer*innen gelungen, die Beeinträchtigungen so zu verringern, dass die Leistungsfähigkeit der Hochstraße Nord auch in den kritischen Zeiten des Berufsverkehrs morgens und abends bei mindestens 65 Prozent liegen wird. Außerhalb des Berufsverkehrs wird die Situation als unkritisch gesehen, da dann ohnehin verhältnismäßig wenige Fahrzeuge die Hochstraße passieren.

Autofahrer*innen können während der Bauarbeiten an der Hochstraße Nord die Hochstraße Süd nutzen. Hier bleibt die Lkw-Sperre bestehen, um die Entlastung der Brücke vom Schwerverkehr zu sichern. Zugleich wird die "Pilzhochstraße" weiter streng kontrolliert. Ein Umleitungs- und Verkehrsführungskonzept wird sich flexibel den Gegebenheiten anpassen und den Verkehrsfluss steuern.

Einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Straßen durch den Autoverkehr leistet ein besseres Angebot beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Zuge der Planungen zur Stadtstraße haben Verwaltung und Verkehrsbetriebe Ideen zum ÖPNV entwickelt und diese politisch sowie auch im Rahmen einer Bürgerbeteiligung zur Diskussion gestellt. Das neue ÖPNV-Konzept, das der Ludwigshafener Stadtrat im vergangenen Jahr verabschiedet hat, sieht u.a. neue Straßenbahn-Expresslinien im Berufsverkehr sowie ergänzende Buslinien vor. Außerdem werden die Linien besser miteinander verknüpft.

Neue und beschlossene Zusatzangebote im Stadtgebiet von Ludwigshafen betreffen u.a.: Linie 12 im Berufsverkehr (Expresszug mit 20-Minuten-Takt aus Rheingönheim/Mundenheim nach Friesenheim als umsteigefreie Direktverbindung zur BASF; Linien 9/14 als Expresszug aus Oggersheim nach Mannheim; Linie 15: Expresszug Rheingönheim /Mundenheim nach Mannheim. Ebenfalls neu sind  u.a. Busverbindung von der Melm nach Oppau über Friesenheim oder zwischen den Stadtteilen Mundenheim, West und nördliche Innenstadt.

Eine andere Alternative zum Auto ist das Fahrrad. Hier setzt die Stadt Ludwigshafen auf eine Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer*innen. Außerdem soll die Verknüpfung zum ÖPNV über mehr Bike&Ride-Angebote sowie mehr Fahrradmietangebote weiter verbessert werden. Regional ist ein länderübergreifender Radschnellweg in Planung. (mehr dazu auf: www.ludwigshafen.de/nachhaltig/verkehr/radfahren/radverkehr-im-masterplan-green-city)

Im Mittelpunkt der Verkehrslenkung steht das "Drei-Zonen-Konzept". Dessen wichtigste Eckpunkte sind:

  • überregionale Verkehre sind auf den Autobahnring A6, A61 mit Rheinquerungen bei Sandhofen und Speyer frühzeitig umzuleiten
  • regionale Verkehre finden ihren Weg über den Bundesstraßenring B9
  • die innere Zone ist innerstädtischen Zielen vorbehalten.

Dafür wurden und werden die Umleitungsstrecken außerhalb der Stadt instandgesetzt und leistungsfähig gemacht. Hinzu kommt die Entwicklung dynamischer Verkehrslenkungs- und Informationssystem für Ludwigshafen.

Insbesondere die Verknüpfung des "Drei-Zonen-Konzepts" mit dem Masterplan Green City, der die Interesse der Luftreinhaltung mit denen der Mobilität verbindet, eröffnet mehr und neue Möglichkeiten für ein digital gestütztes und umweltorientiertes Verkehrs-, Informations- und Mobilitätsmanagement.

Zur Koordination der mit den Ludwigshafener Hochstraßen verbundenen Bauprojekte wurde im Jahr 2013 ein Arbeitskreis der zuständigen Baulastträger gegründet. Er trifft sich in der Regel zweimal im Jahr. Aufgabe ist der Austausch und die Abstimmung von aktuellen und zukünftigen Baustellen im Kernraum der Metropolregion Rhein-Neckar. Gemeinsame Ziele sind: Stärkung des Informationsaustausches, gegenseitige Unterstützung, öffentliche Information sowie die Koordination der Maßnahmen.

Teilnehmende des Arbeitskreises sind neben dem einladenden Verband Region Rhein-Neckar der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, das Regierungspräsidium Karlsruhe für Baden-Württemberg, der Landesbetrieb Hessen Mobil für das Land Hessen, die Tiefbauämter/Bereiche der Städte Frankenthal, Ludwigshafen und Mannheim, die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar, die BASF und die IHK Pfalz und Rhein-Neckar.