Die Stadt Ludwigshafen am Rhein ist mit ca. 170000 Einwohnerinnen und Einwohnern und 77,55 km2 die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz.

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002|49|EG Des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm) verpflichtet die Mitgliedstaaten seit 2008, regelmäßig, spätestens alle 5 Jahre den Lärm an Hauptverkehrs- und Haupteisenbahnlinien, an Großflughäfen und in Ballungsräumen zu kartieren und Lärmaktionspläne auszuarbeiten, mit denen Lärmproblemen und Lärmauswirkungen begegnet werden kann. Diese Richtlinie ist durch die Paragrafen 47 a bis f des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) in deutsches Recht umgesetzt.

Die erste Lärmkartierung mit zugehöriger Lärmaktionsplanung wurde 2007/08 durchgeführt (Stufe 1). Nach einer umfangreichen Verkehrszählung 2011 wurde im Jahr 2012 neu kartiert und der Lärmaktionsplan 2013 fortgeschrieben (Stufe 2).

Der Lärmaktionsplan der Stufe 3 steht mit allen Anhängen im Bereich Download. Dafür wurden Kartierungsergebnisse der Stufe 2 verwendet. Nun erforderten stark veränderte Berechnungsverfahren, neu erschlossene Wohngebiete sowie eine veränderte Verkehrssituation durch die abgerissene Hochstraße Süd eine vollständige Neuberechung der Lärmkarte für die Stufe 4.

Kartierungsergebnisse der Stufe 4 liegen vor

Nachdem der letzte Lärmaktionsplan 2020 beschlossen wurde, der sich auf Ergebnisse der Lärmkartierung 2012 stützte, wurde im Jahr 2021 eine neue Lärmkartierung für das Jahr 2022 beauftragt. Eine turnusmäßige Kartierung im Jahr 2017 fand nicht statt, weil sich im Verkehrsfluss und den Berechnungsmethoden im Vergleich zur Kartierung 2012 keine großen Änderungen ergeben hatten.

Zahlreiche Änderungen der EU-weit gültigen Berechnungsvorschrift CNOSSOS (Common NOise aSSessment methOdS) und der mithilfe des deutschen Rechts umgesetzten Berechnungsvorschriften für Umgebungslärm BUB, Belastetenzahlen BEB und Fluglärm BUF erforderten eine Neuberechnung der Lärmkarten in Ludwigshafen. Die Änderungen in den Berechnungsvorschriften betreffen die zu berücksichtigenden Parameter, wie beispielweise das Berücksichtigen verschiedener Straßenbeläge, Ampeln und Kreisverkehre sowie der detaillierten Zusammensetzung des Verkehrs. Erhebliche Änderungen bei der Berechnung der Belastetenzahlen führen diesbezüglich zu einer nicht mehr vergleichbaren starken Zunahme bei der Anzahl der Betroffenen.

Alle Änderungen zusammen führen dazu, dass sich vorherige Lärmkarten und Belastetenzahlen nicht mit den aktuellen Karten und Zahlen vergleichen lassen.

Wie in den vergangenen Kartierungen, wurden die Lärmkarten auch in dieser Kartierungsrunde nach Vorgaben der EU berechnet. Lärmkarten werden auf einer Höhe von 4m über Grund berechnet. In der vorliegenden Kartierung werden aktuelle Verkehrszahlen und Verkehrsflüsse so berücksichtigt, dass die Situation mit der abgerissenen Hochstraße Süd gut abgebildet wird.

Die aktuellen berechneten Karten finden Sie im Bereich Downloads. Der LDEN ist der Tag-Abend-Nachtpegel und damit ein über ein Jahr gemittelter Wert für die tägliche Lärmexposition wohingegen der LNight tatsächlich nur die über ein Jahr gemittelte nächtliche Belastung widerspiegelt.

Anmerkungen zu den veröffentlichen Lärmkarten können gern an laermaktionsplanung@ludwigshafen.de gesendet werden.

Aufgrund dieser Daten wird die Stadtverwaltung nun in die Lärmaktionsplanung einsteigen, welche bis 2024 vorliegen muss.

Was konnte bislang umgesetzt werden?

Mit der Elektrifizierung der Bahnlinie durch die BASF wurde der Nahverkehr in Ludwigshafen verbessert. Neue Radwege wurden geschaffen, andere saniert, wie in der Erzbergerstraße, der Industriestraße und der Verbindung zwischen Rheingönheim und Mundenheim. Damit werden Anreize geschaffen, ohne Auto, sicher von A nach B zu gelangen. Auch zahlreiche Fahrbahnen wurden saniert. Besonders hervorzuheben ist die Lagerhausstraße, die mit einem sogenannten lärmoptimierten Asphalt versehen wurde. Dieser soll nun auch bei der geplanten Sanierung der Sternstraße eingesetzt werden. Dort ist die maximal zulässige Geschwindigkeit von 22 Uhr bis 6 Uhr auf 30 Stundenkilometer herabgesenkt worden. Motoren-, Reifen- und Windgeräusche konnten damit reduziert werden.

Durch "grüne Wellen“, wie beispielsweise auf der Rheinallee, werden Anfahrvorgänge minimiert und dadurch wird eine Lärmentlastung erreicht. Die "grünen Wellen“ sind auf eine bestimmte Verkehrsmenge ausgelegt, weshalb man vielleicht trotzdem manchmal an einer roten Ampel warten muss. Auch hier wird sich einiges verändern: Die Stadt Ludwigshafen wird über eine intelligente bedarfsorientierte Verkehrssteuerung gezielt "grüne Wellen" fördern. Durch den flüssigeren Verkehr wird es weniger Halte an den Ampeln und dadurch weniger Luftschadstoffe und weniger Lärm geben.

Wie geht es weiter?

Sobald alle Lärmkarten sowie die Lärmkennzifferkarte vorliegen und geprüft wurden, werden die Karten in den Ortsbeiräten vorgestellt und dort diskutiert. Vorschläge zur Minderung des Lärms werden aufgenommen und auf Machbarkeit und Wirksamkeit geprüft.

Zeitgleich sind alle Einwohner*innen der Stadt Ludwigshafen dazu aufgerufen, Rückmeldung zu den Lärmkarten zu geben. Am besten wird dazu die E-Mail Adresse laermaktionsplanung@ludwigshafen.de genutzt.

Was bedeutet Lärm eigentlich?

Lärm ist keine definierte messbare Größe, weil jeder Mensch anders auf Geräusche reagiert. Eine messbare Größe ist der Schalldruck. Dieser wird als Schalldruckpegel in Dezibel (dB) angegeben. Eine Verdoppelung der Zahl der Schallquellen zum Beispiel der Kraftfahrzeuge entspricht einer Zunahme des Schalldruckpegels um 3 dB. Eine Verdoppelung der Verkehrsmenge führt noch nicht dazu, dass das Geräusch auch als „doppelt so laut“ empfunden wird. Das menschliche Gehör empfindet erst bei einer Zunahme des Schalldruckpegels um 10 dB Verdopplung der Lautstärke. Gesundheitsgefährdungen sind bei Dauerbelastungen ab einem 24-Stunden-Wert von 65 dB und ab einem Nachtmittelwert von 55 dB nicht auszuschließen. Bei Neubauten müssen deshalb diese Grenzwerte eingehalten werden. Die zu erwartenden Schalldruckpegel werden bereits im Bauprozess durch Simulation der Schallausbreitung im Baugebiet ermittelt. Anhand der Ergebnisse lassen sich Baumaterialien gezielt auswählen.