Es sind die Straßen und Plätze, kurzum der öffentliche Raum der Ludwigshafener Innenstadt, der beim Internationalen Straßentheaterfestival zum Schauplatz für faszinierende Theaterwelten wird. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich das in der hiesigen Metropolregion einzigartige Festival unter freiem Himmel bewährt. Längst ist der einstige Insidertipp zum begehrten Event von bundesweiter Bedeutung erblüht.

Rückschau 21. Internationales Straßentheaterfestival

Vier Spielstätten, drei Tage volles Programm – auch dieses Jahr eroberte Theaterkunst beim Internationalen Straßentheaterfestival vom 29. bis zum 31. Juli 2022 das Ludwigshafener Stadtzentrum. Offiziell eröffnet mit Cie Dyptiks "Mirage (A Day of Celebration)" auf dem Europaplatz, begeisterten die enorme Vielfalt der Darbietungen, die Qualität der Programmangebote und der ganz besondere Charme das Ludwigshafener Publikum.

Dabei bespielten Künstler*innen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, vier verschiedene Plätze – Europaplatz, Bürgerhof, Platz der Deutschen Einheit und – erstmals als ausgewiesenes Festivalzentrum – den Karl-Kornmann-Platz.

Die "Oase des Glücks" auf dem Europaplatz entführte in eine Welt voller Farben, Lieder, Rhythmen und Emotionen. Mit dabei nicht nur das Eröffnungsstück, sondern auch die niederländische Waschanlage "Carwash" und die schweizerische Joshua Monten Dance Company, die in "The Pursuit of Happiness" auf tänzerisch-beschwingte Weise dem Glück nachstellten. 

Der "Comedy Club" – die "schrägste" Bühne des Festivals – bot eine einzigartige Kombination aus Akrobatik und Witz: Sylvain Pomme (als Syporcircus) begeisterte mit clownesken Kapriolen neben den belgischen Gruppen Cie Balancetoi und Sitting Duck das Publikum. 

Für Waghalsige loteten in der Wettkampfarena auf dem Platz der Deutschen Einheit vor der Rhein-Galerie Cie Zania, das Tangaj Collective und Gravity and Other Myths die Grenzen des menschlich Machbaren aus. Während die beiden "Großmütter" von Cie Zania gegen den Zahn der Zeit anradelten, verlor das rumänische Tangaj Collective mit einem schier endlosen Headbanging auf Rollschuhen nicht das Gleichgewicht; ebenso wenig ließ sich die australische Gruppe Gravity and Other Myths durch die Gesetze der Schwerkraft beeindrucken. 

Am Festivalzentrum auf dem Karl-Kornmann-Platz war dieses Jahr ein genreübergreifender Mix aus Musik, Theater und Austausch zu bestaunen. Das inklusive Theater Stap aus Belgien, die polnischen Muzikanty, die genderqueeren Musiker*innen des Queer-Bow-Fests und – als Festabschluss am Sonntag, den 31. Juli um 17:30 Uhr– die israelische Hip-Hopperin J. Lamotta.

Dem Reichtum an künstlerischer Performance waren beim 21. Internationalen Straßenfestival keine Grenzen gesetzt.

Das Internationale Straßentheaterfestival wurde von der Sparkasse Vorderpfalz und dem Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz finanziell unterstützt.